Nicht wir kommen zu IHM, sondern ER kommt zu uns - Fronleichnam 2020 in St. Peter

Zu Fronleichnam tragen wir in der gewandelten Hostie den Leib Christi in der Monstranz durch die Straßen und in die Welt.

Dies geschieht zumeist in großen Prozessionen, mit etwaigen Statios und gelegentlich einem Außengottesdienst. Wir möchten uns damit als Glaubensgemeinschaft zeigen - zeigen, wer wir sind und woran wir glauben.


In diesem Jahr ist alles anders. Die Coronakrise stellt uns vor vielfache Herausforderungen und Altbekanntes kann oft kaum aufrecht erhalten werden.

In den letzten Wochen und Monaten sehen wir uns einer anderen Realität entgegengesetzt. Abstand halten, Zuhause bleiben. Auch wenn wir versuchen, den Alltag wieder hochzufahren, ist es ein vorsichtiges Ausloten, was geht und was nicht. 

Wo bleibt in dieser Welt Raum für unseren Glauben? Wenn Gottesdienste online und im Fernsehen stattfinden und man sich entfremdet und abgeschottet fühlt? Wo sind wir noch eine Gemeinschaft und Gemeinde? Und was wird bleiben und sich normalisieren?

Selten war das Bedürfnis des Einzelnen nach Kirche größer, doch die Kirchen waren geschlossen. 

Und nun kommt Fronleichnam unter dem Leitsatz: „Nicht wir kommen zu ihm, sondern er kommt zu uns.“ Trotz oder gerade wegen der derzeitigen Situation machte sich am Donnerstag früh um 9:30 Uhr eine Prozession ab der Kirche St. Peter auf den Weg, die Monstranz durch die Straßen zu tragen. Und mag sie noch so klein gewesen sein, war die Botschaft doch vorhanden: Jesus ist präsent unter uns und das feiern wir!

Zusammen mit Diakon Kleinen und Diakon Ditscheid, den drei Messdienern Hanna, Franziskus und Cornelius, Lektor Herr Söldner, Herrn Velder an der Orgel sowie Herrn Fuchs mit Begleitung und Frau Knebel-Balle zeigten sie, wie Jesus sind auch wir Katholiken noch hier! Eine Aussage, die von vielen passiven Teilnehmern unterstützt wurde, indem entlang des Prozessionsweges diverse Altäre aufgebaut worden waren, der Weg und die Statios geschmückt worden sind und an den Statios vereinzelt weitere Teilnehmer zum Mitbeten erschienen.  

Besonders herzlich wurde die Prozession an der Statio beim Senioren-Park Carpe Diem empfangen, wo einige Bewohner und Pfleger bereits warteten und ein großer und bunter Altar mit persönlichen Gegenständen aufgebaut worden war. Sie mussten in der letzten Zeit vielfach zurückstecken und daher war die Freude umso größer, an Fronleichnam teilzuhaben. Zeitgleich war das Anliegen nicht minder groß, sie teilhaben zu lassen.

Zum Ende der Prozession, das etwa um kurz nach 11 Uhr war, fand noch ein Abschluss auf der Treppe zum Kirchplatz statt. Unter Einhaltung der Abstandsregeln war hier genügend Raum für einige Teilnehmer geboten. 

Es ist schon ein unbeschreiblich positives Gefühl des Aufschwungs, die Präsenz und Standhaftigkeit der Menschen wie Jesu Präsenz unter uns zu spüren und zu erleben. Nehmen wir diese Kraft mit für die noch kommenden Hürden - wohl wissend um das, was uns verbindet und stärkt.

 

 

(Autorin: Jennie Giranowski)

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